
Archive sind weit mehr als Orte der Aufbewahrung und entfalten ihre eigentliche Kraft erst dann, wenn wir beginnen, mit ihnen in Beziehung zu treten: wenn wir lesen, forschen, singen, spielen, neu interpretieren und weiterdenken. Unter dem Titel „Sounding the Archive“ lädt das KlezMORE Festival 2026 dazu ein, genau diesen Prozess mitzuerleben. Jüdische Musik ist seit jeher geprägt von Bewegung, Austausch und Transformation.
Über Generationen hinweg wurden Lieder weitergegeben, verändert und an neue Orte getragen. Zugleich sind viele dieser Überlieferungen durch Vertreibung und Shoah unwiederbringlich unterbrochen worden. Sammlungen, Handschriften, Feldaufnahmen oder persönliche Erinnerungen erzählen deshalb nicht nur von Vergangenheit, sondern eröffnen Möglichkeiten für die Zukunft.
Die Künstler:innen dieser Festivalausgabe zeigen auf unterschiedliche Weise, wie historische Quellen heute lebendig werden können. Sie begegnen dem Archiv mit Neugier, Respekt und künstlerischer Freiheit. Alte Melodien werden zu neuen Kompositionen, vergessene Texte finden eine zeitgenössische Stimme, persönliche Erinnerungen verbinden sich mit kollektiver Geschichte. So entstehen Konzerte, die weiterführen – offen, vielstimmig und überraschend.
Wir freuen uns darauf, diese Reise mit Ihnen zu teilen. Möge das Festival dazu einladen, genau hinzuhören – auf die Stimmen der Vergangenheit, auf die Musik der Gegenwart und auf all das, was daraus noch entstehen kann.
Lisa Reimitz & Franziska Hatz, Intendantinnen
Esther Wratschko & Isabel Frey, Kuratorinnen
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